Für
einige von Ihnen mag der folgende Text überflüssig sein. Wenn Sie sich
bezüglich Ausrüstung und Bergwandern auskennen brauchen Sie nicht weiter zu
lesen. Den anderen mögen diese Infos helfen, Fehlkäufe zu vermeiden und einen schönen erlebnisreichen
Berg-Urlaub zu verbringen.
An
dieser Stelle können wir natürlich keine umfassenden Infos zu allen
nötigen und sinnvollen Ausrüstungsgegenständen geben. Darüber
wurden schon Bücher geschrieben. Wir wollen nur deutlich machen, dass eine
sorgfältig zusammengestellte Ausrüstung Geld spart und späteren Ärger verhindert.
Es ist nicht notwendig, dass Sie sich für Ihren Berg-Urlaub professionell
ausrüsten. Viele Menschen verbringen in Halbschuhen und leichter Sommerkleidung
einen erholsamen Berg-Urlaub. Geeignete Kleidung und Ausrüstung erweitern jedoch
die Wander-Möglichkeiten um ein Vielfaches.
Unsere Erfahrung ist, dass viele Gäste anfangs zu ängstlich sind. Sie wagen
selbst ganz harmlose Touren nicht zu gehen. Hier können wir Ihnen nur den Rat
geben, sich allein oder mit Hilfe von Berg erfahrenen vorsichtig an ihre
persönliche Grenze heranzutasten.
Wenn Sie
auf einen der folgenden Stichworte klicken kommen sie direkt zur betreffenden
Stelle im Text:
Abkürzungen, keine gehen;
Alpenverein; Essen
und Trinken; Foto-Kamera;
Gewicht der Ausrüstung;
Grashänge;
Iso-Matte;
Kinder; Kleidung;
Rucksack; Sonnenschutz; Schneefelder;
Schuhe;
Temperaturen im Gebirge; Wanderstöcke
(Teleskop-)
Alpenverein
Beim DAV
(Deutscher Alpenverein, www.alpenverein.de) finden Sie jede Menge Infos über
Berge, Ausrüstung, Bergwandern etc. Man kann auch Mitglied werden. Das wäre
auch keine schlechte Idee, denn der Alpenverein finanziert den Ausbau
und die Unterhaltung von Wegen und Hütten. Und ohne die vielen, vielen
kostenlosen Arbeitsstunden der Mitgliedern würde es viele Wege und Hütten
gar nicht geben.
Schuhe
Es müssen Knöchel hohe Schuhe sein. Für Wege reichen leichte Trecking-Schuhe
aus. Wegloses Gelände und Gipfel erfordern richtige Bergschuhe mit fester
Sohle. Auf jeden Fall muss die Sohle einen Dämpfungskeil (zur Schonung der
Beingelenke) haben und aus Gummi sein. Kunststoffsohlen sind bei
Nässe rutschig. Wir machten mit einem Freund eine Tour auf den Glockturm (3.355 m).
Auf dem Rückweg querten wir den Gletscher und mussten anschließend über
Blockwerk absteigen. Seine Kunststoff-Sohlen waren vom Schnee noch nass und er
rutschte aus. Mit Schrammen und Blutergüssen an Beinen und Armen und mit zwei
verbogenen Wanderstöcken musste er weitere zwei Stunden bis zum Auto absteigen.
Dieser Unfall hätte auch sehr viel schlimmer ausgehen können. Gummisohlen sind
bei Nässe rutschfester als Kunststoffsohlen. Am besten kauft man sie in einem
Fachgeschäft. Wenn Sie in einem Geschäft sagen "Ich möchte ein paar
Wanderschuhe" und der Verkäufer fragt nicht nach Ihren genauen Wünschen,
sondern will Ihnen gleich ein bestimmtes Paar verkaufen, sind Sie im falschen Geschäft.
Gehen
Sie nur Wege oder auch weglos? Sollen die Schuhe absolut wasserdicht sein (ist
meist nicht nötig)? Gehen Sie auch in felsiges Gelände? Legen Sie nur selten Steigeisen an?
Oder soll der Schuh absolut steigeisenfest sein, weil Sie auch richtige
Gletschertouren machen? etc.. Es gibt keinen Wanderschuh, der für jeden Einsatzzweck
optimal ist. In allen Bergschuhen müssen die Zehen vorne ausreichend Platz haben,
damit sie beim
bergab gehen nicht gegen die Schuhspitze stoßen. Ein Freund von uns verlor
nach einer 14-tägigen Hüttenwanderung die Fußnägel von beiden großen
Zehen!

Das Bild
zeigt steigeisenfeste Bergstiefel. Solche müssen es jedoch nicht unbedingt
sein. Deutlich zu erkennen ist der "Wetterschutzrand". Er verhindert,
dass das Leder bei längerer Wanderung im Schnee oder nassem Gelände Wasser
aufnimmt. Der Schuh sollte auch sowenig Nähte wie möglich haben. Schuhe mit
vielen und oft überflüssigen Nähten sehen vielleicht hübsch aus, sind aber
unpraktisch. In felsigem Gelände wird das Garn leicht durchgescheuert. Nach
einer Reparatur (falls überhaupt möglich) ist der Schuh dann nicht mehr so
wasserdicht wie vorher.
Es ist
nicht sinnvoll, sich als einziges Paar steigeisenfeste Stiefel zu kaufen, weil
man sie dann auch bei leichteren Wanderungen anziehen müsste. Sie sind bis zu
zwei kg schwer.
Kleidung
Die
Kleidung sollte nach dem Zwiebelprinzip ausgewählt sein. Also z. B. keine dicke
wärmende Jacke, sondern lieber eine Fleece-Jacke und einen Anorak. So kann man
sich je nach Witterung oder Temperatur genau passend anziehen. Muss es wirklich
eine 100%ig wasserdichte atmungsaktive Jacke sein? Die modernen wasserdichten Jacken werden
zwar als atmungsaktiv angepriesen. Das ist aber nur eingeschränkt richtig. Der Schweiß
wird umso besser nach außen transportiert, je größer der Unterschied zwischen Außen- und
Innen-Temperatur ist. Bei
sommerlichen 20 Grad und einer schweißtreibenden Tätigkeit wie Bergwandern
wird unser Unterhemd trotz atmungsaktiver Jacke feucht oder sogar nass. Prüfen
Sie bei angelegtem Rucksack, ob die Taschen richtig platziert sind. Bei vielen
Anoraks verdeckt der Hüftgurt des Rucksackes die Taschen. Ist die Kapuze groß genug, so dass
man eine Mütze darunter tragen kann? Soll die Kapuze abnehmbar sein? Kann man
sie bei Nichtgebrauch in den Kragen einrollen? Sind die Reißverschlüsse
abgedeckt, so dass der Regen nicht hinein kann?
Am besten geeignet für Hemd, Unterhemd, Jacke/Pullover, Strümpfe und Hose sind
Stoffe, die selbst keine Feuchtigkeit aufnehmen, sondern sie nur weiterleiten
und nach außen transportieren. Wolle und Baumwolle können sich richtig voll
saugen. Bei den modernen Stoffen nehmen die Fasern selbst keine Flüssigkeit auf.
Sie lagert sich nur auf der Oberfläche der Faser ab. Unsere Hosen z. B. waren 15
Minuten nach einem Wolkenbruch wieder völlig trocken. Ein zweckmäßiger Regenschutz ist auch ein Regenponcho. Er schützt auch
gleichzeitig den Rucksack.
Ich las
mal, dass diese funktionelle Unterwäsche durch Schweiß zum Stinken neigen soll.
Das haben wir nicht festgestellt. Selbst wenn wir die Wäsche nicht jeden Tag
wuschen, stank sie nicht. Ich habe auch noch nie bemerkt, dass Wanderer, die wir
unterwegs trafen, nach Schweiß stanken. Dagegen bemerkte ich schon, dass einige
von einer Duftwolke wie z. B. Aftershave o. Ä. umgeben waren. Ab etwa 2.500 m
Seehöhe und abseits von Seilbahnen werden Begegnungen dieser Art seltener.
Zipp-Hosen
(mit abtrennbaren Beinen) sind für die Berge nur dann voll geeignet, wenn man
die Hosenbeine abtrennen kann ohne vorher die Schuhe ausziehen zu müssen. Sie
sollten also auch einen seitlichen Reißverschluss haben. Das gleiche gilt für
Regen-Überhosen. Preiswerter als Regenhosen sind Beinlinge. Sie werden mit
Schlaufen am Gürtel befestigt und sind als Ergänzung zum Regenponcho gedacht.
Beim einem zu kurzen Anorak besteht die Gefahr, dass Wasser in die Beinlinge
läuft.
Eine
Rettungsfolie (wie sie in den Auto-Verbandkästen) vorhanden ist, sollte in
keiner Ausrüstung fehlen. Ein verstauchter Knöchel kann in großen Höhen
lebensbedrohende Folgen haben. Eine Rettungsfolie schützt den Körper vor
Unterkühlung und ist gleichzeitig Schutz vor Schnee und Regen.
Zu
empfehlen und gut sind oft die Hausmarken von großen Firmen - wie z. B. "Four
Seasons" von Globetrotter.
Wer auf Image trächtige Rüsseltiere, Füchse, Raubvögel und Wolfspfoten auf
seinem Outfit verzichtet, kann hier preiswert einkaufen. Bei
Globetrotter kann man sich auch für einen Newsletter eintragen und wird dann
laufend über Sonderangebote informiert. Wir kauften vor kurzem
Top-Marken-Treckingstiefel mit 50 % Nachlass!
Auch hier
lohnt ein Blick:
www.mysportworld.de. Dieser
Versandhandel gewährt ein Rückgaberecht von 111 Tagen und hat auch sehr günstige
Sonderangebote.
Grundsätzlich gilt: Funktionalität ist wichtiger als optischer oder modischer Schnick-Schnack.
Rucksack
Er sollte oben außen Gurte haben, damit
wir Fleece-Jacke, Gamaschen oder/und Anorak fest- schnallen können. Diese
Möglichkeit erhöht das Packvolumen und bei Bedarf ist die Ausrüstung schnell
greifbar. Wenn diese Gurte fehlen, können wir welche kaufen und von einem
Schuhmacher festnähen lassen. Der Rucksack sollte einen Hüfttragegurt
haben - also keinen dünnen Hüftgurt, sondern einen dicken gepolsterten
Hüfttragegurt. Damit kann das Gewicht auf Schultern und Hüften verteilt und auch
je nach Einstellung variiert werden. Er muss natürlich ausreichend groß sein und
für die Körpergröße passen, damit der Hüfttragegurt an der richtigen Stelle
sitzt. Es ist sehr zu empfehlen, den Rucksack vor dem Kauf voll und schwer
bepackt zu testen. In guten Fachgeschäften ist das übliche Praxis. Kein Rucksack
ist regendicht. Dafür gibt es einen speziellen Regenschutz - entweder fest
angenäht in einem Reißverschlussfach oder extra zu kaufen. Es gibt auch
Rucksäcke, deren Rückenlänge verstellbar ist.
Fotokamera
Wenn
wir einen Fotoapparat vor der Brust baumeln haben und mit Wanderstöcken gehen,
schlackert die Kamera störend auf der Brust hin und her. Mit Hilfe eines Gurtes mit Schnappverschluss (am Rucksack befestigt) wird die Kamera auf der
Brust fixiert. Wir können die Kamera auch in den Rucksack tun. Aber
dann werden viele, viele lohnenswerte Aufnahmen nicht gemacht, weil für das
Anhalten, Rucksack absetzen etc. etc. erst der innere Schweinehund überwunden
werden muss. Und das gelingt nicht immer. Außerdem ist der Rest der Gruppe dann
schon 100 m weiter.
Teleskop-Wanderstöcke
Wanderstöcke entlasten die Knie - besonders beim bergab gehen. Je nachdem wie
intensiv wir sie einsetzen, wird die Belastung der Beingelenke um bis zu 30 %
reduziert. Ich habe einmal gelesen, dass bei einer 8-Stunden-Bergwanderung sich
die Entlastung sich auf 250 t addiert. Wir müssen jedoch bei jedem Schritt ganz
bewusst Gewicht auf die Stöcke verlagern. Aber Vorsicht: Nie das ganze Gewicht
auf die Stöcke verlagern. Das könnte in steilem Gelände beim bergab gehen fatale
Folgen haben, wenn sich der Teleskopstock zusammen schiebt. Die Ursachen könnten
sein: Klemmverbindung nicht fest genug oder durch vielen
Gebrauch hat in den Rohren Abrieb gebildet, der wie ein Schmierfilm wirkt. Bei
längerer Wanderung im Schnee wird die Kälte auch auf das Klemmstück geleitet und lässt es
schrumpfen. Die Verbindung ist dann nicht mehr kraftschlüssig, und der Stock
schiebt sich zusammen.
Auf keinen Fall darf Wasser in das Innere gelangen. Die
Gewinde und Rohrinnenseiten würden korrodieren und der Stock wäre Schrott. Wir
pflegen die Gewinde der Klemmstücke nach jedem Urlaub mit Vaseline und
entfernen den Abrieb. Auf keinen Fall darf das Rohr-Innere mit Vaseline in
Berührung kommen. Diese würde wie ein Schmierfilm wirken, und der Stock würde
sich bei Belastung zusammenschieben.
Es
gibt verschiedene Marken und Ausführungen. Die zweiteiligen sind bei sonst
gleicher Qualität billiger als die dreiteiligen. Im zusammen geschobenen Zustand sind sie jedoch
länger, sodass sie beim Transport im Rucksack überstehen - was schon bei
leichter Kletterei im Fels hinderlich ist oder sogar gefährlich sein kann. Wir haben mit Leki die besten Erfahrungen gemacht. Nach
20 Jahren haben wir z. B. noch Ersatzteile bekommen.
Tipp
aus einem Katalog:
Stock auf den Boden aufsetzen und die Länge so einstellen, dass Ober- und
Unterarm einen rechten Winkel bilden. Wir selbst stellen ihn lieber etwas
länger ein. Wenn der Stock dann beim bergauf gehen manchmal zu lang ist, fassen
wir sie unterhalb der Griffe an. So muss die Stocklänge weniger häufig
verstellt werden. Einige Wanderstöcke haben deshalb längere Griffe.
Essen
und Trinken
Das
Trinken ist sehr wichtig. Durch das meist reichliche Schwitzen verdickt sich das
Blut und es kann zum Kreislaufkollaps kommen. Unsere Trinkflaschen fassen 1,5
Liter. Wir machen sie jedoch nur bei großen Touren voll. Immer nur kleine Portionen trinken
- auch wenn man noch gar keinen Durst hat. Andernfalls wird nicht das ganze Wasser aufgenommen, sondern zum Teil wieder
ausgeschieden. Gegen den Hunger sollte jeder mitnehmen, was ihm schmeckt.
Bei großen anstrengenden Touren hat man meist keinen großen Appetit. Wir nehmen oft
Müsli- oder Fruchtriegel mit. Sie schmecken gut und wiegen nicht viel.
Sonnenschutz
Die
Sonnenschutzcreme sollte mindestens Schutzfaktor 20 oder höher sein. Wir kamen einmal schon von
der norddeutschen Sonne (es gibt sie!) gebräunt in Fiss an und verzichteten auf das Eincremen.
Nach einer Gipfeltour hatten wir dann an Armen und Gesicht einen kräftigen
Sonnenbrand. Bei Verwendung von Schutzcreme mit niedrigem Schutzfaktor hilft
mehrfaches Eincremen nicht!
Einmal
gab es im Juni Neuschnee. Ab etwa 2.500 m blieb er liegen. Wir machten
begeistert eine Wanderung - ich ohne Sonnenbrille, weil ich so etwas noch nie
gebraucht hatte. Am Nachmittag war ich schneeblind und die Augen tränten. So
etwas ist nach zwei Tagen mit einer Augenbinde und Bettruhe wieder auskuriert. Aber meine
Augen sind seit dieser Zeit besonders empfindlich. Ich muss seit dem ab etwa
2.500 m eine Gletscherbrille tragen, die auch gegen seitliche Sonne schützt.
Iso-Matte
Wir
nehmen in unserem Rucksack meist auch eine Iso-Matte mit. Eine dünne Iso-Matte
(damit das Packvolumen nicht so groß wird) teilten wir in der Mitte. Wenn sie
nicht in Rucksack passt, schnallen wir sie
an der Rucksack-Außenseite fest. Bei einer
Rast dient sie als Sitzkissen oder als Unterlage für ein Nickerchen.
Außerdem
nehmen wir eine dünne Plastikplane mit, damit Iso-Matte und Hose nicht nass werden,
falls das Gras oder der Boden nicht trocken sind. Es ist ein
herrliches Erlebnis auf einem Gipfel (oder unterhalb - wegen des Windes) sich
für eine halbe Stunde aufs Ohr zu legen. Inzwischen nehmen auch einige Freunde
immer eine Iso-Matte mit in die Berge. Hier sehen Sie die Einsatzmöglichkeit
so einer Iso-Matte: "Schlaf-Foto".
Gewicht
der Ausrüstung
Wer
will, kann bei der Auswahl der Ausrüstung auch noch auf das Gewicht achten. Bei
gleicher Qualität kann man insgesamt einige hundert Gramm an Gewicht sparen. In
einigen Katalogen ist deshalb auch oft das Gewicht angegeben. Wir
haben beim Einkauf schon mal unsere Küchenwaage mitgenommen, denn zusätzlich
zu Kleidung und Trinken schleppen wir meist noch einige kg an Foto-Apparatur
mit. Einige Fachgeschäfte haben eine Waage parat, um bei Bedarf wiegen zu
können.
Es
ist hilfreich, sich einen oder mehrere Kataloge von Versandfirmen (z. B.
Globetrotter) senden zu lassen. So bekommen Sie einen Überblick über das
gesamte Angebot und eine Menge Tipps und auch Produkt-Infos. Kaufen sollte man
entweder z. B. bei Globetrotter, im guten Fachhandel oder in guten
Fachabteilungen von Kaufhäusern. Zu empfehlen sind oft kleine Läden. Die
Verkäufer dort sind fast immer Experten.
Temperaturen im Gebirge
Es
ist immer zu bedenken, dass es auf den Bergen kühler ist als im Tal. Die
Temperatur fällt am Hang durchschnittlich um 0,7 Grad pro 100 Höhenmeter. Auf dem
2.596 m hohen Oberen
Sattelkopf (der Hausberg von Fiss) ist es deshalb um 18 Grad kälter als es auf Meereshöhe
wäre. Die meist intensive Sonne suggeriert uns eine höhere Temperatur. Wenn
sie aber hinter Wolken verschwindet und Nebel aufkommt und es regnet oder
schneit, dann
merken wir, dass es wirklich nur einige Grad über oder sogar unter Null sind.
Wetterstürze mit Schneefall in 2.500 m Höhe im Mai oder auch August sind nicht selten. Die
Bildzeitung schreibt jedoch nur dann darüber, wenn sonst nichts passiert ist.
Im Sommer und Herbst wird in den "Tiroler Tageszeitung" fast jeden
Tage über Bergunfälle berichtet, die durch Leichtsinn und unpassende
Ausrüstung verursacht wurden.
Wir
wollen Ihnen keine Angst machen. Aber bei Wanderungen in größeren Höhen und
abseits von Seilbahnstationen sollte jedoch aus Sicherheitsgründen die notwendige
Ausrüstung mitgeführt werden. Ich habe einmal - natürlich gegen den Rat
meiner Frau - bei einer Herbstwanderung bis in 3.000 m Höhe keine Handschuhe
mitgenommen. Bis 10.00 Uhr wanderten wir im Schatten. Das Thermometer (habe ich
als Spielerei immer im Rucksack) zeigte minus 8 Grad an. Ich habe in meinem Leben
noch nie so gefroren, wie in
diesen Stunden. Ich konnte die Wanderstöcke nicht mehr halten. Als dann
aber
die Sonne über den Grat kam, wurde es sofort so warm, dass wir den Anorak ausziehen konnten. Im
Schatten waren aber immer noch Minusgrade.
Grashänge
und Schneefelder
Grashänge und Schneefelder sehen harmlos aus und
haben schon viele Bergwanderer zu Abkürzungen verführt. Steile Grashänge sind
rutschig und bei Nässe lebensgefährlich! Die Beschaffenheit des Schnees auf
den Schneefeldern kann wechseln. Die Querung eines steilen gefrorenen
Schneefeldes mit Bergstiefel mit steifer Sohle ist
bei entsprechender Erfahrung gefahrlos. Mit leichten Treckingschuhen dagegen ist
ein Sturz unvermeidlich. Ein Sturz auf steilem Schneefeld ist wie ein freier
Fall! Und wenn dann unten Felsen liegen ............... Ein gefahrloser Genuss
dagegen ist es, auf einem angetauten Schneefeld abwärts zu rutschen - aber nur
wenn keine Felsen im Weg liegen.
Abkürzungen
Abkürzungen in unbekanntem Gelände können gefährlich sein. Man geht
weiter, auch wenn das Gelände schwierig wird. Man will schließlich nicht
zurückgehen. Das geht so lange gut, bis es weder ein Vor noch ein Zurück gibt.
Bergwandern
mit Kindern
Unsere Erfahrung ist wie folgt. Das Bergwandern mit Kindern teilt sich in zwei
Phasen. In der ersten Phase sind sie noch klein und müssen für die Anstrengungen
motiviert werden. Wenn das Ziel ein Bach, ein Tunnel, eine Höhle, eine Quelle
oder ein Gipfelkreuz mit Stempel für den Wanderpass ist, sind sie gerne
bereit, Anstrengungen auf sich zu nehmen. Später dann - so ab zwölf Jahren -
müssen die Eltern bremsen. Erstens können die Eltern nicht jeden Tag einen neuen
noch höheren Gipfel erklimmen und zweitens können die Kinder die Gefahren nicht
richtig einschätzen. Verbote sind hier nicht das richtige Instrument. Wir müssen
die Kinder an die Gefahren heranführen. So wirkt z. B. ein Sturz und eine 50 m
lange Rutschpartie auf einem
gefahrlosen Schneefeld pädagogisch nachhaltiger als 100 Verbote.
Noch
mehr Tipps
Wenn
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Ausrüstung". Diese Seite fand ich besonders lesenswert
http://www.romankoch.ch/alpinismus/bergwandern.htm
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