Wie suchen Sie sich Ihre
Urlaubsziele aus? Wir brauchten dazu einen Schulatlas. Bei unserem ersten Urlaub
in den Bergen (in der Steiermark) waren einige Tage verregnet. Für den nächsten
Urlaub gingen wir deshalb mit System an die Planung. Als erstes schauten wir uns
die Niederschlagskarte in meinem alten Schulatlas an. Der Norden der Alpen war
zum größten Teil dunkel-blau gefärbt - also viel Regen. Aber von Südtirol
reichte ein hellblauer Streifen in die Zentral- Alpen bis fast nach Innsbruck.
Hell-blau bedeutet wenig Regen. Mit Hilfe eines Auto- Atlasses stellten wir
fest, dass es sich um das obere Inntal handelt. Fiss wählten wir dann aus, weil
es schon 1.436 m hoch ist und es dort oben auf dem Plateau keinen
Durchgangsverkehr gibt mit Tausenden von Urlauber-Autos - wie z. B. in den
Tal-Orten Prutz und Pfunds.
In Fiss ist nur dann Dauer-Regen und wirklich schlechtes Wetter, wenn z. B. ein
Tief von Meran bis nach München reicht. Und das ist äußerst selten. Sonst halten
die umliegenden hohen Berge die Regenwolken zurück - egal ob sie von Norden oder
Süden kommen, und in Fiss gibt es höchstens nur einen kurzen Schauer. In Fiss
ist Tirol am sonnigsten. Die Sonne scheint hier auch länger als im weltbekannten
teuren Schweizer Kurort Arosa. Das inneralpine Klima und die Föhnlage mit
weniger als 700 mm Niederschlag im Jahresmittel haben hier im oberen Inntal eine
Trockeninsel geschaffen, die nördlich des Alpenhauptkammes einmalig ist. Zum
Vergleich: Auf die Zugspitze fallen 2.004 mm Niederschläge (Mittelwert der Jahre
1880 bis 2002) - also fast dreimal so viel wie in Fiss.
Hier ein Link zu einer
aktuelleren offiziellen Niederschlagskarte:
Geographie Innsbruck/Tirol Atlas. Sie können sich dort auch die
Niederschläge nach Jahreszeiten anzeigen lassen (oben rechts den Pfeil unter dem
Wort Klima anklicken). Fiss liegt etwa 10 km Luftlinie südlich von Landeck am Inn.
Auf der Karte ist deutlich zu sehen,
dass westlich von Fiss - im Paznauntal - deutlich mehr Niederschläge fallen, als
in Fiss. Dort kam es 1999 zu einem Lawinenunglück mit 31 Toten. 2005 zerstörte
ein Hochwasser Straßen, Brücken und Häuser. In beiden Fällen war das Tal
tagelang von der Außenwelt abgeschnitten. Nähere Infos erhalten Sie, wenn Sie
bei Google die Suchbegriffe "Paznauntal" und "Lawine" bzw. "Hochwasser"
eingeben. In Fiss dagegen freuten sich die Winterurlauber über den reichlichen Schnee bzw.
es regnete einfach nur etwas mehr als üblich.